Willkommen in der Welt von W.A.S.P.

Kaum eine Band hat die Hard-Rock- und Heavy-Metal-Szene so gespalten, schockiert und gleichzeitig musikalisch geprägt wie W.A.S.P.

Gegründet 1982 im glitzernden, aber düsteren Sündenpfuhl von Los Angeles, stieg die Formation um den charismatischen Frontmann, Songwriter und Mastermind Blackie Lawless schnell zu einer der berüchtigsten Ikonen des schockierenden Heavy Metal auf. Wo andere Bands des "Glam Metal"-Booms der 80er Jahre über Partys sangen, setzten W.A.S.P. auf pure Provokation, rohe Energie und eine theatralische Bühnenshow, die dem US-amerikanischen Zensurkomitee PMRC regelmäßig den Schweiß auf die Stirn trieb.

Von Schock-Rockern zu Metal-Philosophen

Wer W.A.S.P. jedoch nur auf fliegendes rohes Fleisch, brennende Kreuze und kontroverse Songtitel reduziert, greift zu kurz. Hinter der theatralischen Fassade verbirgt sich eine der unterschätztesten Songwriting-Schmieden des Genres.

Während Alben wie das selbstbetitelte Debüt W.A.S.P. (1984) und The Last Command (1985) Hymnen für die Ewigkeit lieferten, bewies Blackie Lawless spätestens 1989 mit The Headless Children und dem monumentalen Konzeptalbum The Crimson Idol (1992), dass die Band tiefgründige, sozialkritische und hochemotionale Geschichten erzählen kann. Es ist genau diese Mischung aus messerscharfen Riffs, Lawless’ unverwechselbarer, Reibeisen-Stimme und epischem Storytelling, die die Band über vier Jahrzehnte lang relevant gehalten hat.

Das Gesetz der Bühne: W.A.S.P. Live

W.A.S.P. zu hören ist das eine – sie live zu erleben, etwas völlig anderes. Auch wenn die ganz extremen Schock-Elemente der Frühzeit heute einer fokussierteren, aber nicht minder intensiven Rock-Show gewichen sind, bleibt ein W.A.S.P.-Konzert ein akustisches und visuelles Erdbeben. Wenn Blackie Lawless hinter seinem ikonischen, maßgeschneiderten Mikrofonständer "Elvis" steht und Hymnen wie Wild Child, I Wanna Be Somebody oder das epische The Idol anstimmt, herrscht in der Halle pure Magie.


04.08.2025

Stuttgart, LKA Longhorn

Tour: Album ONE Alive - World Tour 25

Support-Band: -

Das Konzert von W.A.S.P. am 4. August 2025 im LKA Longhorn in Stuttgart war Teil ihrer großen „Album ONE Alive“-Tour. Anlass war das 40-jährige Jubiläum ihres legendären, selbstbetitelten Debütalbums von 1984.

Das Konzept der Show

Blackie Lawless und seine Band spielten auf dieser Tour das komplette Debütalbum „W.A.S.P.“ in voller Länge von vorne bis hinten (inklusive Klassikern wie I Wanna Be Somebody, L.O.V.E. Machine oder School Daze). Ergänzt wurde die Setlist durch eine Auswahl ihrer größten Hits aus den darauffolgenden vier Jahrzehnten.

Ausverkauft & Überraschend erträglich

Die Show war im Vorfeld restlos ausverkauft. Da das LKA Longhorn im Hochsommer berüchtigt dafür ist, sich in eine extreme Sauna zu verwandeln, hatten viele Fans Bedenken. Zur Erleichterung aller hielten sich die Temperaturen an diesem Augustabend jedoch in einem überraschend angenehmen Rahmen.

Keine Crowdsurfer erwünscht

Vor Beginn der Show gab es eine recht kuriose, aber humorvolle Ansage über die Club-Lautsprecher: „Die Band wünscht heute Abend keine Crowdsurfer! Wer crowdsurfen möchte, soll das nächste Heaven Shall Burn-Konzert besuchen.“ Das Stuttgarter Publikum nahm die Ansage mit einem Schmunzeln auf.

Der Zeitplan

Einlass war für 19:00 Uhr angesetzt. Offizieller Beginn sollte um 20:00 Uhr sein – wie jedoch schon bei den vorangegangenen Shows (z. B. in München) verzögerte sich der Start ein wenig, sodass W.A.S.P. gegen 20:30 Uhr die Bühne betraten.

Die Stimmung

Das Publikum bestand primär aus treuen, entspannten Old-School-Metalheads, die die detailgetreue Live-Darbietung des 1984er-Klassikers feierten. Die Band lieferte eine gewohnt energiegeladene, professionelle Performance ab.